Energieinfos

Klimaschonende Hybridheizung: Förderung statt Zwang (29.10.2019)

Mit dem am 23.10.2019 vom Bundeskabinett beschlossenen Gebäudeenergiegesetz drohen Betreibern von Ölheizungen ab 2026 massive Nachteile, wenn sie ihre Heizung erneuern wollen. Attentismus und damit weniger Heizungssanierungen sind zu erwarten.

Mit dem Gebäudeenergiegesetz hat die Bundesregierung einen weiteren Schritt für die Umsetzung des Klimaprogramms 2030 auf den Weg gebracht. Die Regierung will den Einbau neuer Ölheizungen ab 2026 nur noch dann zulassen, wenn auch erneuerbare Energien wie zum Beispiel Solarthermie anteilig zur Wärmeversorgung genutzt werden. Die Neuinstallation von Gasheizungen soll dagegen ohne weitere Auflagen erlaubt sein.

„Durch die geplanten Anforderungen würden Hauseigentümer mit Ölheizung in vielen ländlichen Regionen bei der Heizungsmodernisierung künftig einige Tausend Euro mehr bezahlen müssen als Hausbesitzer mit Gasanschluss. Dies ist eine massive Benachteiligung und führt zu noch weniger Sanierungen“, sagt Adrian Willig, Geschäftsführer des Instituts für Wärme und Oelheizung (IWO).  

Hybrid-Förderung technologieoffen gestalten


Dass es sinnvoll ist, bei der Heizungsmodernisierung zunehmend auf hybride Systeme mit erneuerbaren Energien zu setzen, ist gerade vor dem Hintergrund der Klimaschutzziele unstrittig. „Aber nicht jeder Eigentümer kann sich das sofort leisten. Statt also die Einbindung erneuerbarer Energien im Modernisierungsfall per Gesetz zu erzwingen, sollte sie lieber weiterhin durch finanzielle Förderung attraktiv gemacht werden – und zwar auch für Öl-Hybridheizungen“, so Willig.

Öl-Brennwerttechnik mit klimaneutraler Perspektive


Im GEG-Entwurf gar nicht berücksichtigt: Ölheizungen müssen nicht rein fossil betrieben werden. Durch den künftigen Einsatz fortschrittlicher Biobrennstoffe oder synthetischer Fuels auf Basis von Power-to-X haben sie eine klimaneutrale Perspektive. „Maßnahmen zur Einführung solcher erneuerbaren Kraft- und Brennstoffe sieht die Bundesregierung an anderer Stelle zwar vor; es ist aber widersinnig, wenn zugleich die Anwendungstechnik verdrängt werden soll, die diese regenerativen  Brennstoffe nutzen kann“, betont Willig.

IWO, 2019

Quelle: Institut für Wärme und Oeltechnik e. V. (IWO)

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